Menü
Treat yourself
TERPENE IN CANNABIS WARUM SIND SIE SO WICHTIG?
Visit Us
6 Crown Street, London WC2B 8FE
United Kingdom
Tel: 020-7946-0855
Terpene
Terpene sind wichtige, aber bisher eher weniger beachtete Bestandteile der Cannabispflanze. Nebenden bekannten Hauptinhaltsstoffen THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol) tragen sie zureinzigartigen Wirkung und zum Charakter von Cannabis bei. Diese organischen Verbindungen sindnicht nur für den typischen Geruch und Geschmack von Cannabis verantwortlich, sondern habenauch potenziell therapeutische Eigenschaften.In den letzten Jahren hat das Interesse an Terpenen in der Cannabismedizin zugenommen, da immermehr Forschungen darauf hinweisen, dass sie eine unterstützende Rolle bei der Wirkung vonCannabinoiden spielen könnten. Dabei wird der Begriff des Entourage-Effekts immer wieder genannt:das Phänomen, dass die kombinierte Wirkung von Terpenen und Cannabinoiden stärker oder andersist als die der einzelnen Bestandteile allein.Obwohl Terpene in vielen Pflanzen vorkommen und schon lange in der traditionellen Medizinverwendet werden, rückt ihre Bedeutung im Kontext von Cannabis zunehmend ins Rampenlicht. Ihrepotenziellen Eigenschaften, wie entzündungshemmend, schmerzlindernd oder beruhigend, werdenin verschiedenen therapeutischen Bereichen erforscht. Doch wie genau wirken diese Verbindungenund welche Rolle spielen sie bei der medizinischen Anwendung von Cannabis?
Chemische Grundlagen der Terpene
Terpene sind eine große Gruppe von chemischen Verbindungen, die in vielen Pflanzen vorkommenund in der Natur eine Vielzahl von Funktionen erfüllen. Chemisch betrachtet handelt es sich beiTerpenen um Kohlenwasserstoffe, die aus Isopreneinheiten aufgebaut sind. Ein Isopren (C₅H₈) ist dasGrundbauelement, aus dem Terpene aufgebaut werden. Diese Isopreneinheiten können inunterschiedlichen Kombinationen miteinander verknüpft werden, wodurch eine Vielzahl vonTerpenen entsteht, die sich in ihrer Struktur und ihren Eigenschaften unterscheiden.Die Klassifikation von Terpenen erfolgt nach der Anzahl der Isopreneinheiten, aus denen siebestehen. Man unterscheidet dabei zwischen verschiedenen Typen: Monoterpene: Diese bestehen aus zwei Isopreneinheiten und haben die SummenformelC₁₀H₁₆. Sie sind häufig in ätherischen Ölen und in Cannabisblüten anzutreffen. Beispiele fürMonoterpene sind Myrcen und Limonen. Sesquiterpene: Diese bestehen aus drei Isopreneinheiten und haben die SummenformelC₁₅H₂₄. Sesquiterpene sind oft für die intensiven, würzigen Aromen in Pflanzen verantwortlichund spielen auch in Cannabis eine bedeutende Rolle, etwa das Terpen β-Caryophyllen. Diterpene: Diese bestehen aus vier Isopreneinheiten und haben die Summenformel C₂₀H₃₂.Diterpene kommen in einigen Pflanzen vor und sind für spezielle Aromastoffe undtherapeutische Eigenschaften bekannt, jedoch seltener in Cannabis. Triterpene und Tetraterpene: Diese bestehen aus sechs bzw. acht Isopreneinheiten und sindin einer Vielzahl von Pflanzenarten zu finden, aber weniger häufig in Cannabis.Durch ihre chemische Struktur, die eine lange Kette von Kohlenwasserstoffen umfasst, sind Terpenebesonders lipophil (fettlöslich). Diese Eigenschaft ermöglicht es ihnen, die Zellmembranen zudurchdringen und somit die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden, was ihre Wirkung im menschlichenKörper beeinflussen kann. Dadurch ist es auch denkbar, dass Terpene die Wirkung von anderenbiologisch aktiven Substanzen wie Cannabinoiden beeinflussen können, indem sie die Aufnahme undVerstoffwechselung dieser Substanzen modifizieren.Ein weiterer interessanter Aspekt von Terpenen ist ihre Flüchtigkeit – sie verdampfen leicht beiRaumtemperatur und sind daher in ätherischen Ölen häufig anzutreffen. Diese Eigenschaft erklärtauch den markanten Geruch und Geschmack vieler Terpene, die häufig als aromatische oder würzigeSubstanzen wahrgenommen werden. In der Cannabispflanze sind es insbesondere die Trichome,kleine Drüsenhaare auf den Blüten und Blättern, die die Terpene speichern und somit einen großenTeil des Geruchsprofils der jeweiligen Sorte ausmachen.
Bedeutung von Terpenen in der Cannabismedizin
Terpene spielen eine entscheidende Rolle in der Cannabismedizin, da sie nicht nur das Aroma undden Geschmack von Cannabis beeinflussen, sondern auch potenziell die therapeutische Wirkungverstärken oder modulieren können. Die Forschung zu Terpenen in Cannabis ist noch jung, dochimmer mehr Erkenntnisse deuten darauf hin, dass diese Verbindungen eine wesentliche Rolle bei derWirksamkeit von Cannabispräparaten und -behandlungen spielen. Insbesondere dieWechselwirkungen zwischen Terpenen und Cannabinoiden, wie THC und CBD, könnten dietherapeutischen Effekte von Cannabis auf ein neues Level heben.
Unterstützung der Cannabinoid-Wirkung
Terpene können die Wirkung von Cannabinoiden erheblich unterstützen, indem sie deren Aufnahmeund Verstoffwechselung im Körper beeinflussen. Diese Wechselwirkung wird als Entourage-Effektbezeichnet. Es handelt sich dabei um die Theorie, dass die verschiedenen pflanzlichen Inhaltsstoffevon Cannabis – Cannabinoide, Terpene, Flavonoide und andere – in ihrer Gesamtheit eine stärkereund effektivere Wirkung entfalten, als wenn sie isoliert verwendet werden.1Ein bekanntes Beispiel für diese Synergie ist die Wechselwirkung zwischen THC und Terpenen.Studien haben gezeigt, dass Terpene wie Myrcen die Blut-Hirn-Schranke verstärken können, was dazuführt, dass THC schneller und effizienter in das zentrale Nervensystem gelangt. Myrcen zum Beispiel,das in hohen Konzentrationen in Mangos und Cannabis vorkommt, hat beruhigende Eigenschaftenund kann die Wirkung von THC intensivieren, was zu einer stärkeren psychoaktiven Wirkung führenkann.2Ein weiteres Beispiel ist das Terpen Linalool, das in Lavendel vorkommt. Linalool hat angstlösende undentspannende Eigenschaften und könnte dabei helfen, die psychoaktive Wirkung von THC zu mildern,was besonders für Patienten mit Angstzuständen oder anderen stressbedingten Beschwerden vonBedeutung ist. Dies zeigt, wie Terpene die spezifische Wirkung von THC nicht nur verstärken, sondernauch anpassen können, um eine individuellere Behandlung zu ermöglichen.
Therapeutische Potenziale
Die therapeutischen Potenziale von Terpenen gehen über ihre Fähigkeit hinaus, die Wirkung von Cannabinoiden zu unterstützen. Viele Terpene besitzen selbst pharmakologische Eigenschaften, diesie zu potenziellen Kandidaten für die Behandlung verschiedener Erkrankungen machen. Diese therapeutischen Effekte sind insbesondere dann von Bedeutung, wenn Cannabis als ganzheitliches Medizinprodukt verwendet wird. Ein Beispiel hierfür ist Limonen, ein Terpen, das häufig in Zitrusfrüchten vorkommt und eineberuhigende Wirkung auf das zentrale Nervensystem ausüben kann. Es hat sich gezeigt, dass Limonenentzündungshemmende, antioxidative und sogar angstlösende Eigenschaften besitzt. In derCannabismedizin könnte Limonen insbesondere bei der Behandlung von Stress, Angstzuständen undDepressionen eine Rolle spielen.4Ein weiteres Terpen mit vielversprechendem therapeutischem Potenzial ist β-Caryophyllen, das eineentzündungshemmende Wirkung zeigt und als einziges Terpen an den CB₂-Rezeptor imEndocannabinoid-System binden kann. Diese einzigartige Eigenschaft könnte es zu einem effektivenMittel zur Behandlung von chronischen Entzündungen, Schmerzen und sogar Arthrose machen. Eswird angenommen, dass β-Caryophyllen in Kombination mit anderen Terpenen und Cannabinoidendie entzündungshemmende Wirkung verstärken kann.5Terpene wie Terpinolen, das in Äpfeln und Mangos vorkommt, haben antibakterielle undantioxidative Eigenschaften und könnten daher bei der Behandlung von Infektionen oder zurUnterstützung der allgemeinen Zellgesundheit von Bedeutung sein.6 Auch Ocimen, ein Terpen, das inMango und Pfeffer vorkommt, hat sich als wirksam bei der Bekämpfung von viralen Infektionenerwiesen und könnte zur Behandlung von Erkrankungen wie Erkältungen oder Grippe eingesetztwerden.7Die therapeutischen Potenziale von Terpenen in Cannabis sind also vielfältig. Durch ihre Fähigkeit, dasEndocannabinoid-System zu beeinflussen, und ihre eigenen pharmakologischen Eigenschaftenkönnten Terpene eine zentrale Rolle bei der Behandlung von chronischen Erkrankungen,Entzündungen, Angstzuständen, Schmerzen und vielen weiteren gesundheitlichen Beschwerdenspielen. In der modernen Cannabismedizin bieten sie somit eine wertvolle Ergänzung zu den bereitsbekannten heilenden Effekten von Cannabinoidenibus leo.
Zusammenfassung und Ausblick
Die Bedeutung von Terpenen in der Cannabismedizin nimmt zunehmend an Aufmerksamkeit zu.Während Cannabinoide wie THC und CBD weithin für ihre therapeutischen Effekte bekannt sind,erkennen immer mehr Forscher und Mediziner die ergänzende Rolle, die Terpene bei derVerbesserung der Wirkung von Cannabis spielen. Die Wechselwirkungen zwischen Terpenen undCannabinoiden, die unter dem Begriff Entourage-Effekt zusammengefasst werden, könntenentscheidend dazu beitragen, die Wirksamkeit von Cannabisbehandlungen zu maximieren. Terpenebesitzen zudem selbst ein beeindruckendes therapeutisches Potenzial und könnten bei derBehandlung von Erkrankungen wie chronischen Schmerzen, Angststörungen, Entzündungen undsogar Infektionen eine wichtige Rolle spielen.
Quellenverzeichnis
[1] Russo EB. Taming THC: potential cannabis synergy and phytocannabinoid-terpenoid entourageeffects. Br J Pharmacol. 2011 Aug;163(7):1344-64, Download vom 03.04.2025 vonhttps://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21749363/
[2] Finlay DB, Sircombe KJ, Nimick M, Jones C, Glass M. Terpenoids From Cannabis Do Not Mediate anEntourage Effect by Acting at Cannabinoid Receptors. Front Pharmacol. 2020 Mar 25;11:359,Download vom 03.04.2025 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32269529/
[3] Guzmán-Gutiérrez SL, Gómez-Cansino R, García-Zebadúa JC, Jiménez-Pérez NC, Reyes-Chilpa R.Antidepressant activity of Litsea glaucescens essential oil: identification of β-pinene and linalool asactive principles. J Ethnopharmacol. 2012 Sep 28;143(2):673-9, Download vom 03.04.2025 vonhttps://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22867633/
[4] Anandakumar P, Kamaraj S, Vanitha MK. D-limonene: A multifunctional compound with potenttherapeutic effects. J Food Biochem. 2021 Jan;45(1):e13566, Download vom 03.04.2025 vonhttps://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33289132/
[5] Hashiesh HM, Sharma C, Goyal SN, Sadek B, Jha NK, Kaabi JA, Ojha S. A focused review on CB2receptor-selective pharmacological properties and therapeutic potential of β-caryophyllene, a dietarycannabinoid. Biomed Pharmacother. 2021 Aug;140:111639, Download vom 03.04.2025 vonhttps://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34091179/
[6] Menezes IO, Scherf JR, Martins AOBPB, Ramos AGB, Quintans JSS, Coutinho HDM, Ribeiro-Filho J,de Menezes IRA. Biological properties of terpinolene evidenced by in silico, in vitro and in vivostudies: A systematic review. Phytomedicine. 2021 Dec;93:153768, Download vom 03.04.2025 vonhttps://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34634744/
[7] Sousa JMS, Nunes TAL, Rodrigues RRL, Sousa JPA, Val MDCA, Coelho FADR, Santos ALSD, MacielNB, Souza VMR, Machado YAA, Sousa PSA, Araújo AR, Rocha JA, Sousa DP, Silva MVD, Arcanjo DDR,Rodrigues KADF. Cytotoxic and Antileishmanial Effects of the Monoterpene β-Ocimene.Pharmaceuticals (Basel). 2023 Jan 26;16(2):183, Download vom 03.04.2025 vonhttps://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37259336
Quick Links
Newsletter
Stay up to date with our latest news, receive exclusive deals, and more.
Terpene
Terpene sind wichtige, aber bisher eher weniger beachtete Bestandteile der Cannabispflanze. Nebenden bekannten Hauptinhaltsstoffen THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol) tragen sie zureinzigartigen Wirkung und zum Charakter von Cannabis bei. Diese organischen Verbindungen sindnicht nur für den typischen Geruch und Geschmack von Cannabis verantwortlich, sondern habenauch potenziell therapeutische Eigenschaften.In den letzten Jahren hat das Interesse an Terpenen in der Cannabismedizin zugenommen, da immermehr Forschungen darauf hinweisen, dass sie eine unterstützende Rolle bei der Wirkung vonCannabinoiden spielen könnten. Dabei wird der Begriff des Entourage-Effekts immer wieder genannt:das Phänomen, dass die kombinierte Wirkung von Terpenen und Cannabinoiden stärker oder andersist als die der einzelnen Bestandteile allein.Obwohl Terpene in vielen Pflanzen vorkommen und schon lange in der traditionellen Medizinverwendet werden, rückt ihre Bedeutung im Kontext von Cannabis zunehmend ins Rampenlicht. Ihrepotenziellen Eigenschaften, wie entzündungshemmend, schmerzlindernd oder beruhigend, werdenin verschiedenen therapeutischen Bereichen erforscht. Doch wie genau wirken diese Verbindungenund welche Rolle spielen sie bei der medizinischen Anwendung von Cannabis?
Chemische Grundlagen der Terpene
Terpene sind eine große Gruppe von chemischen Verbindungen, die in vielen Pflanzen vorkommenund in der Natur eine Vielzahl von Funktionen erfüllen. Chemisch betrachtet handelt es sich beiTerpenen um Kohlenwasserstoffe, die aus Isopreneinheiten aufgebaut sind. Ein Isopren (C₅H₈) ist dasGrundbauelement, aus dem Terpene aufgebaut werden. Diese Isopreneinheiten können inunterschiedlichen Kombinationen miteinander verknüpft werden, wodurch eine Vielzahl vonTerpenen entsteht, die sich in ihrer Struktur und ihren Eigenschaften unterscheiden.Die Klassifikation von Terpenen erfolgt nach der Anzahl der Isopreneinheiten, aus denen siebestehen. Man unterscheidet dabei zwischen verschiedenen Typen: Monoterpene: Diese bestehen aus zwei Isopreneinheiten und haben die SummenformelC₁₀H₁₆. Sie sind häufig in ätherischen Ölen und in Cannabisblüten anzutreffen. Beispiele fürMonoterpene sind Myrcen und Limonen. Sesquiterpene: Diese bestehen aus drei Isopreneinheiten und haben die SummenformelC₁₅H₂₄. Sesquiterpene sind oft für die intensiven, würzigen Aromen in Pflanzen verantwortlichund spielen auch in Cannabis eine bedeutende Rolle, etwa das Terpen β-Caryophyllen. Diterpene: Diese bestehen aus vier Isopreneinheiten und haben die Summenformel C₂₀H₃₂.Diterpene kommen in einigen Pflanzen vor und sind für spezielle Aromastoffe undtherapeutische Eigenschaften bekannt, jedoch seltener in Cannabis. Triterpene und Tetraterpene: Diese bestehen aus sechs bzw. acht Isopreneinheiten und sindin einer Vielzahl von Pflanzenarten zu finden, aber weniger häufig in Cannabis.Durch ihre chemische Struktur, die eine lange Kette von Kohlenwasserstoffen umfasst, sind Terpenebesonders lipophil (fettlöslich). Diese Eigenschaft ermöglicht es ihnen, die Zellmembranen zudurchdringen und somit die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden, was ihre Wirkung im menschlichenKörper beeinflussen kann. Dadurch ist es auch denkbar, dass Terpene die Wirkung von anderenbiologisch aktiven Substanzen wie Cannabinoiden beeinflussen können, indem sie die Aufnahme undVerstoffwechselung dieser Substanzen modifizieren.Ein weiterer interessanter Aspekt von Terpenen ist ihre Flüchtigkeit – sie verdampfen leicht beiRaumtemperatur und sind daher in ätherischen Ölen häufig anzutreffen. Diese Eigenschaft erklärtauch den markanten Geruch und Geschmack vieler Terpene, die häufig als aromatische oder würzigeSubstanzen wahrgenommen werden. In der Cannabispflanze sind es insbesondere die Trichome,kleine Drüsenhaare auf den Blüten und Blättern, die die Terpene speichern und somit einen großenTeil des Geruchsprofils der jeweiligen Sorte ausmachen.
Bedeutung von Terpenen in der Cannabismedizin
Terpene spielen eine entscheidende Rolle in der Cannabismedizin, da sie nicht nur das Aroma undden Geschmack von Cannabis beeinflussen, sondern auch potenziell die therapeutische Wirkungverstärken oder modulieren können. Die Forschung zu Terpenen in Cannabis ist noch jung, dochimmer mehr Erkenntnisse deuten darauf hin, dass diese Verbindungen eine wesentliche Rolle bei derWirksamkeit von Cannabispräparaten und -behandlungen spielen. Insbesondere dieWechselwirkungen zwischen Terpenen und Cannabinoiden, wie THC und CBD, könnten dietherapeutischen Effekte von Cannabis auf ein neues Level heben.
Unterstützung der Cannabinoid-Wirkung
Terpene können die Wirkung von Cannabinoiden erheblich unterstützen, indem sie deren Aufnahmeund Verstoffwechselung im Körper beeinflussen. Diese Wechselwirkung wird als Entourage-Effektbezeichnet. Es handelt sich dabei um die Theorie, dass die verschiedenen pflanzlichen Inhaltsstoffevon Cannabis – Cannabinoide, Terpene, Flavonoide und andere – in ihrer Gesamtheit eine stärkereund effektivere Wirkung entfalten, als wenn sie isoliert verwendet werden.1Ein bekanntes Beispiel für diese Synergie ist die Wechselwirkung zwischen THC und Terpenen.Studien haben gezeigt, dass Terpene wie Myrcen die Blut-Hirn-Schranke verstärken können, was dazuführt, dass THC schneller und effizienter in das zentrale Nervensystem gelangt. Myrcen zum Beispiel,das in hohen Konzentrationen in Mangos und Cannabis vorkommt, hat beruhigende Eigenschaftenund kann die Wirkung von THC intensivieren, was zu einer stärkeren psychoaktiven Wirkung führenkann.2Ein weiteres Beispiel ist das Terpen Linalool, das in Lavendel vorkommt. Linalool hat angstlösende undentspannende Eigenschaften und könnte dabei helfen, die psychoaktive Wirkung von THC zu mildern,was besonders für Patienten mit Angstzuständen oder anderen stressbedingten Beschwerden vonBedeutung ist. Dies zeigt, wie Terpene die spezifische Wirkung von THC nicht nur verstärken, sondernauch anpassen können, um eine individuellere Behandlung zu ermöglichen.
Therapeutische Potenziale
Die therapeutischen Potenziale von Terpenen gehen über ihre Fähigkeit hinaus, die Wirkung von Cannabinoiden zu unterstützen. Viele Terpene besitzen selbst pharmakologische Eigenschaften, diesie zu potenziellen Kandidaten für die Behandlung verschiedener Erkrankungen machen. Diese therapeutischen Effekte sind insbesondere dann von Bedeutung, wenn Cannabis als ganzheitliches Medizinprodukt verwendet wird. Ein Beispiel hierfür ist Limonen, ein Terpen, das häufig in Zitrusfrüchten vorkommt und eineberuhigende Wirkung auf das zentrale Nervensystem ausüben kann. Es hat sich gezeigt, dass Limonenentzündungshemmende, antioxidative und sogar angstlösende Eigenschaften besitzt. In derCannabismedizin könnte Limonen insbesondere bei der Behandlung von Stress, Angstzuständen undDepressionen eine Rolle spielen.4Ein weiteres Terpen mit vielversprechendem therapeutischem Potenzial ist β-Caryophyllen, das eineentzündungshemmende Wirkung zeigt und als einziges Terpen an den CB₂-Rezeptor imEndocannabinoid-System binden kann. Diese einzigartige Eigenschaft könnte es zu einem effektivenMittel zur Behandlung von chronischen Entzündungen, Schmerzen und sogar Arthrose machen. Eswird angenommen, dass β-Caryophyllen in Kombination mit anderen Terpenen und Cannabinoidendie entzündungshemmende Wirkung verstärken kann.5Terpene wie Terpinolen, das in Äpfeln und Mangos vorkommt, haben antibakterielle undantioxidative Eigenschaften und könnten daher bei der Behandlung von Infektionen oder zurUnterstützung der allgemeinen Zellgesundheit von Bedeutung sein.6 Auch Ocimen, ein Terpen, das inMango und Pfeffer vorkommt, hat sich als wirksam bei der Bekämpfung von viralen Infektionenerwiesen und könnte zur Behandlung von Erkrankungen wie Erkältungen oder Grippe eingesetztwerden.7Die therapeutischen Potenziale von Terpenen in Cannabis sind also vielfältig. Durch ihre Fähigkeit, dasEndocannabinoid-System zu beeinflussen, und ihre eigenen pharmakologischen Eigenschaftenkönnten Terpene eine zentrale Rolle bei der Behandlung von chronischen Erkrankungen,Entzündungen, Angstzuständen, Schmerzen und vielen weiteren gesundheitlichen Beschwerdenspielen. In der modernen Cannabismedizin bieten sie somit eine wertvolle Ergänzung zu den bereitsbekannten heilenden Effekten von Cannabinoidenibus leo.
Zusammenfassung und Ausblick
Die Bedeutung von Terpenen in der Cannabismedizin nimmt zunehmend an Aufmerksamkeit zu.Während Cannabinoide wie THC und CBD weithin für ihre therapeutischen Effekte bekannt sind,erkennen immer mehr Forscher und Mediziner die ergänzende Rolle, die Terpene bei derVerbesserung der Wirkung von Cannabis spielen. Die Wechselwirkungen zwischen Terpenen undCannabinoiden, die unter dem Begriff Entourage-Effekt zusammengefasst werden, könntenentscheidend dazu beitragen, die Wirksamkeit von Cannabisbehandlungen zu maximieren. Terpenebesitzen zudem selbst ein beeindruckendes therapeutisches Potenzial und könnten bei derBehandlung von Erkrankungen wie chronischen Schmerzen, Angststörungen, Entzündungen undsogar Infektionen eine wichtige Rolle spielen.
WhatsApp
Email
LinkedIn
Reddit
Quellenverzeichnis
[1] Russo EB. Taming THC: potential cannabis synergy and phytocannabinoid-terpenoid entourageeffects. Br J Pharmacol. 2011 Aug;163(7):1344-64, Download vom 03.04.2025 vonhttps://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21749363/
[2] Finlay DB, Sircombe KJ, Nimick M, Jones C, Glass M. Terpenoids From Cannabis Do Not Mediate anEntourage Effect by Acting at Cannabinoid Receptors. Front Pharmacol. 2020 Mar 25;11:359,Download vom 03.04.2025 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32269529/
[3] Guzmán-Gutiérrez SL, Gómez-Cansino R, García-Zebadúa JC, Jiménez-Pérez NC, Reyes-Chilpa R.Antidepressant activity of Litsea glaucescens essential oil: identification of β-pinene and linalool asactive principles. J Ethnopharmacol. 2012 Sep 28;143(2):673-9, Download vom 03.04.2025 vonhttps://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22867633/
[4] Anandakumar P, Kamaraj S, Vanitha MK. D-limonene: A multifunctional compound with potenttherapeutic effects. J Food Biochem. 2021 Jan;45(1):e13566, Download vom 03.04.2025 vonhttps://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33289132/
[5] Hashiesh HM, Sharma C, Goyal SN, Sadek B, Jha NK, Kaabi JA, Ojha S. A focused review on CB2receptor-selective pharmacological properties and therapeutic potential of β-caryophyllene, a dietarycannabinoid. Biomed Pharmacother. 2021 Aug;140:111639, Download vom 03.04.2025 vonhttps://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34091179/
[6] Menezes IO, Scherf JR, Martins AOBPB, Ramos AGB, Quintans JSS, Coutinho HDM, Ribeiro-Filho J,de Menezes IRA. Biological properties of terpinolene evidenced by in silico, in vitro and in vivostudies: A systematic review. Phytomedicine. 2021 Dec;93:153768, Download vom 03.04.2025 vonhttps://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34634744/
[7] Sousa JMS, Nunes TAL, Rodrigues RRL, Sousa JPA, Val MDCA, Coelho FADR, Santos ALSD, MacielNB, Souza VMR, Machado YAA, Sousa PSA, Araújo AR, Rocha JA, Sousa DP, Silva MVD, Arcanjo DDR,Rodrigues KADF. Cytotoxic and Antileishmanial Effects of the Monoterpene β-Ocimene.Pharmaceuticals (Basel). 2023 Jan 26;16(2):183, Download vom 03.04.2025 vonhttps://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37259336